von Georg Diez und Christopher Roth
mit: Patrick Frey
Als der Papst schon fast vor Ali Agca steht, da beugt er sich hinunter zu einem Mädchen, das ihm ein Heiligenbild der Jungfrau Marie hin hält. Es ist der 13. Mai 1981, der Jahrestag der Marienerscheinung im portugiesischen Fátima. Ali Agca schiesst. Nur weil der Papst sich bückt, wird er nicht gleich getroffen, nur deshalb überlebt er. Es gibt verschiedene Theorien darüber, wer dieses Attentat wollte. Die einen sagen, es war Ajatollah Khomeini und der erste Akt des Dschihad. Die anderen sagen, es war der eine oder andere sowjetische Geheimdienst, es ging um den Einfluss des Papstes in Polen, wo 1980 die Werftarbeiter streikten und Solidarnosc verboten wurde. Und wer dachte, das Ende des Kommunismus sei vor allem mit dem Jahr 1989 verbunden, der vergisst Lech Walesa und diesen Papst, der seinem Attentäter sehr schnell verzieh und tatsächlich CIA-Geld über die Vatikan-Bank nach Polen bringen half. Die dritte Prophezeiung von Fátima, so heisst es, sei die vom Ende des Kommunismus gewesen. Oder das Papstattentat selbst. Welche Geschichte ist nun wahr? Und welche ist noch wahrer? Um diese Fragen dreht sich der zweite Abend von 80*81.
Mehr Infos: www.8081.biz
In der Edition Patrick Frey in Zürich erscheint dazu die 80*81 Book Collection. Elf Bücher mit Materialien, Fotos, Texten und langen Interviews mit Popstars, Astrologen, Philosophen, Künstlern, Psychologen, Präsidenten, Fashiondesignern, Schriftstellern und Comiczeichnern. Der erste Band mit Slavoj Žižek, Robert Longo und Eric B. Mitchell, der zweite mit Giorgio Moroder, Abu Hassan Bani Sadr und Paul Schrader und das dritte Buch mit Don DeLillo, Dave Eggers und J. P. Gorin.
Mehr Infos: www.editionpatrickfrey.ch
Eine Kooperation von The Watermill Center New York, Bayerische Staatsoper München, Theater Neumarkt Zürich, Goethe-Institut New York und GoetheOnMain Johannesburg. Medienpartner Tages-Anzeiger Magazin Zürich. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
Am 2. Juni, 20 Uhr, Saal
Vergangene Veranstaltung:
80*81 "ICH FRAGE JETZT NICHT WARUM?"
oberflächig, zufällig, retrovisionär
Georg Diez schrieb für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung", den „Spiegel" und „Die Zeit" und arbeitet heute als Autor für das Magazin der „Süddeutschen Zeitung". 2009 erschien sein Buch „Der Tod meiner Mutter", in dem er vom Sterben seiner Mutter, ihrem Kampf um Selbstbestimmung und Würde und seinem eigenen Umgang mit dem Unausweichlichen berichtet.
Christopher Roth ist Künstler und Filmemacher. Sein Film „Baader" wurde 2002 bei der Berlinale mit dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet. Christopher Roth lebt und arbeitet in Berlin.